Eine Kirche mit Bedeutung

Die gotische Stiftskirche ist bis heute das Wahrzeichen von St. Arnual. Foto: hup

Die gotische Stiftskirche aus dem 13. Jahrhundert zählt zu den bedeutendsten
Baudenkmälern im südwestdeutschen Raum und ist das Wahrzeichen von St. Arnual.
Sie ist ein Ort des Innehaltens und der Kirchenmusik.

Die Kirche in St. Arnual geht der
Legende nach auf den Bischof
Arnuald von Metz um 600 n.Chr.
zurück. Urkundlich belegt ist das
Stift St. Arnual jedoch erst ab
dem Jahr 1135. Noch im Jahr
1372 galt das Stift als zweiter Sitz
des Bistums Metz – eine Tatsache,
die die hohe Bedeutung der
Stiftskirche für die gesamte Region
unterstreicht. Vorgängerbauten
der Stiftskirche sind
nicht erhalten, man fand aber bei
Grabungen unter dem heutigen
Querhaus Reste von mindestens
zwei Vorgängern sowie Gebäudestrukturen
aus römischer Zeit.

Die kreuzförmige gotische Gewölbebasilika
der Kirche wurde
wahrscheinlich in der Zeit zwischen
der zweiten Hälfte des 13.
Jahrhunderts und 1290 errichtet,
das Langhaus um 1315. Der
zweigeschossige Aufbau des
Mittelschiffes erfolgte erst wenige
Jahre nach Fertigstellung der
ursprünglichen Kirche, und zwar
um 1320 oder 1330.

Erste Renovierungsarbeiten
wurden zwischen 1766 und 1767
durch Friedrich Joachim Stengel
ausgeführt, weitere folgten zwischen
1886 und 1888. Zahlreiche
Risse in der Bausubstanz führten
zu notwendigen Instandsetzungsarbeiten
während und
nach dem Zweiten Weltkrieg.
Von 1982 bis 1994 wurde die Kirche
an den Fundamenten, dem
Mauerwerk und dem noch größ- tenteils mittelalterlichen Dachstuhl
renoviert sowie archäologisch
und kunsthistorisch untersucht.
Besonders sehenswert sind die
Grabmäler der Fürsten und Grafen
von Nassau-Saarbrücken sowie
die großartigen Glasfenster
des in Ungarn geborenen Künstlers,
Glasmalers und Architekten
György Lehoczky. Lehoczky ist
im Saarland kein Unbekannter,
als Architekt entwarf er das Kloster
Heiligenborn in Bous und das
Kloster Heilig Kreuz in Püttlingen,
die zu den bedeutendsten
Kirchenbauten im Saarland zählen.

Seit dem Einbau der neuen
Kuhn-Orgel im Jahr 1995, die
auch von der Musikhochschule
des Saarlandes als Unterrichtsorgel
genutzt wird, spielt die Kirchenmusik
eine große Rolle über
die Gemeindegrenzen hinaus.

Der Förderverein Stiftskirche St.
Arnual e.V. und der Beirat für Musik
in der Stiftskirche unterstützen
die Kirchengemeinde inhaltlich
und finanziell bei der Ausgestaltung
des Gotteshauses sowie
bei der Durchführung von Konzerten
und Veranstaltungen.
red/hup; Quelle: Institut für Geschichtliche
Landeskunde an
der Universität Mainz e.V.

Auf einen Blick

Stiftskirche St. Arnual
Öffnungszeiten tägl. 9-17 Uhr
Gottesdienste: So. 10 Uhr
Führungen nach Vereinbarung;
Tel.: (0681) 9 85 05 05
Konzerte in der Stiftskirche
(Beirat für Musik):
3. September, 11.30 Uhr: Orgelmatinée
mit Jörg Abbing
10. September, 17 Uhr: Orgelkonzert
für Kinder mit
Matthias Girbig (Sprecher)
und Jörg Abbing (Orgel)
17. September, 20 Uhr: Konzert
mit der Ev. Chorgemeinschaft
an der Saar
1. Oktober, 11.30 Uhr: Orgelmatinée
mit Gedymin Grubba
(Polen)
18. Oktober, 18 Uhr: Orgelkonzert
mit Christoph Schoener
(Hamburg, St. Michaelis)
22. Oktober, 17 Uhr: Bach-
Kantaten mit Chapelle de la
Vigne (Freiburger Ensemble
für Alte Musik)
5. November, 11. 30 Uhr: Orgelmatinée
mit Michael Porr
12. November, 20 Uhr: Konzert
Peter Kooij/Le Concert
Lorrain