Malerische Seenlandschaft im Würzbachtal

Eine Wohltat fürs Auge und Gemüt: Der Niederwürzbacher Weiher bietet ausgedehnte Spazier- und Radwege rund um den Weiher und im Sommer eine
Liegewiese mit Freizeitanlage am See. Foto: Joachim Mayer

Bereits Reichsgräfin Marianne von der Leyen favorisierte die malerische Seenlandschaft im
Würzbachtal, um dort ihre Sommersitze, den Annahof und das Haus Monplaisir, zu errichten
und einen herrschaftlichen Englischen Garten am See anzulegen. Bis heute hat sich die
Bestimmung des Niederwürzbacher Weihers stark gewandelt, geblieben ist die Anziehungskraft
des wasserreichen Kleinods.

Eingebettet in das Würzbachtal,
misst der See stattliche 12 Hektar;
am nördlichen Ende wird die
Seefläche durch eine in den Weiher
ragende Halbinsel in zwei
Wasserarme aufgeteilt. Entgegen
landläufiger Vermutungen
ist der Würzbacher Weiher nicht
alleine eine landschaftsgärtnerische
Schöpfung der Grafen von
der Leyen, er wurde laut urkundlichem
Kaufvertrag bereits 1362
als Mühlenweiher erwähnt. Die
geographischen Bedingungen
im Würzbachtal lassen eher vermuten,
dass der Weiher durch
Wasserschneisen und Stauungen
des Würzbachs im Bundsandstein
entstanden ist und
sich um Niederwürzbach zu einer
sumpfigen Landschaft mit
vielen kleinen Seen, Tümpeln
und Wasserlachen ausgeformt
hat. In seinen Ursprüngen war das Würzbacher Weiherareal
wesentlich größer; im Laufe der
Zeit versumpften und verschlammten
Teile der Seenlandschaft
und wurden nach Trockenlegungen
besiedelt.

Erwerbsquelle als
Mühlen- und Fischweiher

Die Bestimmungen des Sees waren
stark von den ökonomischen
Interessen der jeweiligen Besitzer
geprägt; der Mühlzins wie
der Fischfang boten lukrative Geschäfte.
Eine Oberamtsrechnung
der Leyenschen Verwaltung
von 1786 bescheinigte den
Kauf einer Vielzahl von Weihern
und Seen, die als gräfliche Einnahmequelle
dienten: 1792 betrug
die durchschnittliche jährliche
Fischeinlieferung in die Hofküche
„120 Ztr. Karpfen = 1800
Gulden, 80 Ztr. Hecht und Perschen
= 1600 Gulden, Krebse =
60 Gulden.“ Mit der Erschließung
des Weihers als Leyenscher
Landschaftspark im 18.
Jahrhundert wandelte sich das
Image des Sees: Er wurde zum
beliebten Ausflugsziel des höfischen
Adels.

Imagewandel: Strandbad
und Campingplatz

Bis zur ersten Badeanstalt vergingen
allerdings mehr als einhundert
Jahre. 1926 errichtete
der Turnverein Niederwürzbach
das erste Strandbad am See – eine
große Sensation zur damaligen
Zeit. Obwohl sich der Weiher
und seine wunderbare Umgebung
weiterhin in Privatbesitz
befanden, wurde der See auch
als Strandbad genutzt.
Ab 1951 übernahm die Gemeinde
Niederwürzbach als Pächter
das Freizeitgelände mit Badebetrieb;
im Jahr 1965 erwarb sie
schließlich den Weiher mitsamt
Park, Wald und Wiesen, Gut Junkerwald
und Gärtnerhaus. Im Zuge
der Gebiets- und Verwaltungsreform
ging der gesamte
Besitz dann in den Besitz der
Stadt Blieskastel über. Der Badespaß
wurde ein Jahr zuvor wegen
starker Algenverschmutzung
eingestellt und das Areal des
Strandbades dann als Campingplatz
genutzt.

Freizeitparadies für Sportler
und Tagesurlauber

Wer dieses kleine Paradies inmitten
ausgedehnter Wälder besucht,
schätzt vor allem die erfrischenden
Ausblicke auf Wald
und Wasser, die malerischen
Uferwege und die touristischen
wie gastronomischen Attraktionen
rund um den Weiher: Der Annahof
beherbergt heute ein Restaurant
sowie ein kleines Hotel
und der Biergarten Philippslust
bewirtet Wanderer, Radfahrer
und Besucher der Freizeitanlage
am See.
Mit Kinderspielplatz, Beach-Volleyballplatz,
Tischtennisanlage,
Liegewiese sowie Stellplatz für
Wohnmobile ausgestattet, ist
das ehemalige Strandbad gerade
auch bei Familien sehr beliebt.
Wer mehr über den Würzbacher
Weiher und seine Geschichte erfahren
möchte, kann einen Blick
auf die interessante Homepage
von Joachim Mayer werfen, der
sich intensiv mit der Historie des
Sees beschäftigt: www.niederwuerzbach.
com/der-wuerzbacher-
weiher.htm). red/win