Schüler gestalten die Zukunft des Bergbaumuseums mit

Im Bergbaumuseum präsentieren die Schüler der Galileo-Schule Luisa Peehs (3.v.l.), Mike Hoffmann (4.v.l.) und Nils Barbarics (6.v.l.) stolz ihre
Siegerurkunde; Schulleiterin Gaby Schwartz (5.v.l.) freut sich mit ihren Schülern über die herausragende Leistung.. Fotos: Manfred Schwartz

Die Kohle war der Treibstoff, der Bergbau die Jobmaschine der Wirtschaftswunderjahre.
Eine schwarz-staubige Ära, die auch den Bexbachern Wohlstand und Aufschwung bescherte.
Heute findet das harte Leben unter Tage nur noch im Saarländischen Bergbaumuseum statt,
an dessen Erneuerung die Galileo-Schule Bexbach maßgeblich beteiligt ist.

Alles hat seinen Platz. Jede Maschine,
jedes Werkzeug, auch
der Bohrhammer und die Kohlendrehbohrmaschine,
die in
klüftiger Kohle locker durchzieht.
Die Welt unter Tage war
dunkel, dreckig und laut – jeder
war auf jeden angewiesen. Ist
das der Stoff, der junge Menschen
interessiert? Drei Schüler
der Bexbacher Galileo-Schule
haben Feuer gefangen. Sie wollen
die „Bergbau-Story“ nun mit
medialem Verve und Kreativität
zeitgemäß erzählen. „Wir drei
Schüler haben es uns zur Aufgabe
gemacht, nicht nur die Erinnerungen
der Bergbauregion
Bexbach weiterzugeben und zu
erhalten, sondern auch Kindern
und Jugendlichen selbst Erlebnisse
zu ermöglichen, die dazu
beitragen, das reiche kulturelle
Erbe des Bergbaus nachhaltig zu bewahren und zeitgemäß zu vermitteln“,
ist im Motivationsschreiben
der Projektgruppe
„Kaffeeblech“ zu lesen.

Junge Menschen als Hüter
der Bergmannstradition

Das Saarländische Bergbau-Museum
in Bexbach ist mit einer
Handvoll engagierter Hüter und
Bewahrer der Bergmannstradition
in die Jahre gekommen. Sowohl
die Museumspräsentation
als auch die Führungen könnten
von frischen Ideen profitieren,
um eine junge Zielgruppe adäquat
anzusprechen. Aufgrund
der positiven Erfahrungen aus
dem abgeschlossenen TRAFOProjekt
„Jung und Alt im Museum“,
das zwischen Museumsverein
und Galileo-Schule bestand,
soll die befruchtende Zusammenarbeit
fortgesetzt werden.

Im angesprochenen Projekt
wurden junge Schüler zu Museumsführern
ausgebildet: authentisch,
im Bergbaumuseum,
von drei ehemaligen Bergarbeitern.
„Wir Schüler und Schülerinnen
interessierten uns dafür,
Kompetenzen in der Museumsführung
zu erwerben und künftig
vor allem Kindern und Jugendlichen
die Bergmannskultur im
Saarland näherzubringen, gemäß
des Mottos – Schüler führen
Schüler“, so die Schülergruppe.

Galileo-Schule gewann mit
„Kaffeeblech“ ersten Preis

Auf Initiative von Schulleiterin
Gaby Schwartz, unterstützt von
Manfred Schwartz, Ehemann
und Geschichtslehrer, entstand
ein neues Team „Kaffeeblech“
mit einer weiteren bemerkenswerten
Projektidee: Das Museum
soll sich zu einem Lernund
Begegnungsort wandeln,
der die Geschichte des Bergbaus
via Audio-Guides, Apps oder
Geo-Caching-Touren virtuell und
mit Kletter-Förderturm, Grubenlampe
und Kaffeeblech hautnah
erleben lässt. Die vom Lehrerteam
Schwartz initiierte und lancierte
Projektidee überzeugte
auch beim Wettbewerb „Förderturm
der Ideen“, den die RAGStiftung
deutschlandweit auslobt.

Sämtliche Schulen der Sekundarstufe
I und II sowie alle
Berufsschulen und Berufskollegs
im Ruhrgebiet, Saarland
und in Ibbenbüren konnten 2017
Projektideen einreichen, wie ihr
Umfeld, ihr Stadtviertel, ihr Dorf
und ihr Zusammenleben attraktiver
gestaltet werden könnte.
Das Schüler-Trio der Galileo-
Schule Bexbach gewann mit
dem Schulprojekt „Kaffeeblech“
den ersten Preis und darf sich
über das Preisgeld von 50.000
Euro zur Umsetzung der Ideen
freuen: „Perspektivisch arbeiten
wir mit dem Geld an der Einrichtung
eines Erlebnispfads auf den
Spuren des kulturellen Erbes der
Bergwerksregion, schwerpunktmäßig
für Kinder und Jugendliche“,
so Gaby Schwartz. Wir
wünschen Glück auf! win

Das Team „Kaffeeblech“

Galileo-Schule: Nils Barbarics, Klasse 10, Meike Hoffmann,
Klasse 10, Luisa Peehs, Klasse 9 und Gaby Schwartz,
Schulleiterin der Galileo-Schule
Bergmannsmuseum Bexbach: Wolfgang Imbsweiler,
73 Jahre, Vorsitzender des Bergbaumuseums und
1. Beigeordneter der Stadt Bexbach, Bernhard Maas,
77 Jahre, Geschäftsführer und Franz Reinhardt, 83 Jahre,
stellvertretender Vorsitzender und Ausbilder zum
Museumsführer