Viele Freunde im Burgund und in Westafrika

Dieses Bild zeigt einige der mehreren hundert neuen ABC-Schützen mit ihren „Starterkits“, aufmerksam gefilmt von einem Kameramann des malischen
Fernsehens. Fotos: Leo Stefan Schmitt

Schon seit 31 Jahren verbindet Bous eine Städtepartnerschaft mit Quetigny in Frankreich und Koulikoro in Mali. In der westafrikanischen Kleinstadt am Niger ist der Hilfsbedarf nach wie vor hoch.

„Ende Juni, Anfang Juli werden sich die drei Partnerschaftsvereine in Bous treffen, um die künftigen Aktivitäten und Ziele abzustecken“, kündigt Leo Stefan Schmitt an. Er hatte den Verein für Städtepartnerschaften und Zusammenarbeit 1989 e.V. vor fast drei Jahrzehnten aus der Taufe gehoben und 2015 erneut den Vorsitz übernommen. „Bereits bei unserer letzten Zusammenkunft haben wir uns darauf verständigt, dass wir neben der Betreuung der vier Entbindungsund Gesundheitsstationen, der so genannten Maternitées, die Schulen und Kindergärten in Koulikoro weiter ausbauen wollen. Für die Schulen soll Quetigny, für die Kindergärten vornehmlich die Gemeinde Bous verantwortlich zeichnen.

„Die Einrichtungen wurden jahrelang vernachlässigt und sind in einem erbärmlichen Zustand“, berichtet Schmitt: „Nicht einmal für die Hälfte der 50 bis 60 Kinder pro Einrichtung gibt es Tische und Stühle, geschweige denn Spielmaterial oder Spielgeräte im Freien.“ Über die Hilfe der Partnerstädte freut sich auch Koulikoros Bürgermeister Eli Diarra. Im vergangenen Jahr neu gewählt, hat er sich die Erneuerung der Stadt auf die Fahnen geschrieben. Er legt großen Wert auf Hygiene, und die Bildung und Betreuung der Kinder von klein auf ist ihm eine Herzensangelegenheit.

Kindergarten wurde saniert und möbliert

„Mit Hilfe einer großzügigen Spende der Globus Stiftung konnte wir bereits im vergangenen Jahr den Kindergarten im Stadtteil Kayo, wo wir 2017 auch die vierte Maternitée eingeweiht haben, von Grund auf sanieren und kindgerecht möblieren. Zudem wurde die Einrichtung mit Spielmaterialien und -geräten ausgestattet und das gesamte Gelände eingefriedet.“

Starterkits für die Einschulung

Ebenfalls im vergangenen Jahr überreichte der Partnerschaftsverein allen neu eingeschulten Kindern der Schulen Koulikoros „Starterkits“ mit allem, was sie im Schulalltag so brauchen. Dazu gehörten Schreibutensilien, Bücher, Hefte und Papier, Alles Dinge, die bei uns selbstverständlich sind, in Mali aber gar nicht so einfach zu besorgen sind. Finanziert wurden die „Kits“ mit einer Spende in Höhe von 3500 Euro, die die Schülerinnen und Schüler der Sophie- Scholl-Gemeinschaftsschule Dillingen gesammelt und dem Bouser Partnerschaftsverein über ihre Lehrerin Anne Wilhelm überreicht hatten.

In diesem Jahr steht laut Leo Stefan Schmitt die Sanierung weiterer Kindergärten an. Geplant ist auch der Neubau einer Einrichtung. Hier macht sich das Engagement des neuen Bürgermeisters bezahlt: „Die Gemeinde hat dazu schon exakte Planungsunterlagen vorgelegt, an denen es in der Vergangenheit immer wieder gemangelt hatte“, so Schmitt.

„Unser Dank gilt auch der Saarbrücker Medizintechnikfirma Reinert & Bläsius, die uns medizinische Geräte für die Maternitée gespendet haben Die sind aktuell noch in unserem Bauhof gelagert. Im Juli wollen wir das Material zusammen mit unseren Freunden aus Quetigny nach Mali bringen.“

„Diese Partnerschaft wurde begründet im Sinne der Solidarität zwischen den Menschen Europas und Afrikas“, hatte der Bouser Bürgermeister Stefan Louis im Juni 2016 bei der Unterzeichnung der erneuerten Charta in Quetigny betont: Ein wichtiges Kennzeichen der Partnerschaft sei immer gewesen, dass keine Unterscheidung zwischen Gebenden und Nehmenden gemacht würde. Vielmehr würden im Sinne einer echten Partnerschaft alle Entscheidungen gleichberechtigt getroffen werden. Er sei stolz, so der Verwaltungschef, dass Bous 1988 dieser Partnerschaft beitreten konnte. Die Partnerschaft könne zwar nicht die Probleme der ganzen Welt lösen, aber doch einen Beitrag zu Verbesserungen leisten, von denen die Menschen in allen drei Städten profitierten. Verein/om

Auf einen Blick:

Koulikoro ist die Hauptstadt der Region und des Kreises Koulikoro und liegt am Ufer des Niger, etwa 60 Kilometer flussabwärts der Hauptstadt Bamako. Den Namen „Kolo koro“ (am Fuße des Berges) hat das Städtchen von dem Hügel, der es im Norden begrenzt. 2015 zählte die Kleinstadt rund 45.000 Einwohner. Quetigny liegt im Département Côte-d’Or in Burgund nahe der Hauptstadt Dijon. Als ,,Stadt auf dem Lande“ verbindet Quetigny städtische Strukturen mit ländlichen Qualitäten. Von einem kleinen Dorf mit 320 Einwohnern im Jahr 1950 entwickelte sich der Ort zu einer Kleinstadt mit knapp 10.000 Einwohnern heute. Ein ausgedehntes Gewerbegebiet mit einem riesigen Supermarkt und zahlreiche Geschäfte prägen den Ort genauso wie eine Golfanlage und viele andere öffentliche Einrichtungen. Die weitläufigen, verkehrsberuhigten Stadtviertel mit zahlreichen Grünanlagen und Fußgängerzonen tragen ebenso zur Lebensqualität bei wie das rege Kultur- und Vereinsleben.