Herzlichen Glückwunsch! Kirkel ist Fairtrade-Gemeinde

Der Fairtrade-Gedanke fruchtet: Auf zahlreichen Veranstaltungen werden inzwischen fair gehandelte Produkte angeboten. Foto: Gemeinde Kirkel

Bananen, Kaffee oder Tee tragen nun in der Gemeinde Kirkel das bekannte Fairtrade-Siegel,
denn Kirkel ist seit Ende Mai 2017 Fairtrade-Gemeinde. Der Wunsch, sich um die Auszeichnung
zu bewerben, kam unisono aus dem Gemeinderat und wird inzwischen von einer breiten Basis
aus Kirchen, Kindergärten, Schulen, Verwaltung und Vereinen sowie einzelner Bürger getragen

Um das Fairtrade-Siegel als Gemeinde
zu erhalten, musste Kirkel
ein Zertifizierungsverfahren
durchlaufen – die Ergebnisse
aus Köln sind nun da: „Wir freuen
uns sehr, Ihnen mitteilen zu können,
dass die Bewerbung von
Kirkel durch unser Prüfgremium
erfolgreich bestätigt wurde. Somit
steht einer Auszeichnung zur
Fairtrade-Gemeinde nichts mehr
im Wege. Herzlichen Glückwunsch!“,
so die Mitteilung vom
gemeinnützige TransFair Verein
zur Förderung des Fairen Handels
in der Einen Welt, der
deutschlandweit die Kampagne
Fairtrade-Towns begleitet.

„Fairtrade-Town“ muss fünf
Standards erfüllen

Um Fairtrade-Town zu werden,
müssen fünf international gültige
Standards erfüllt sein: Die
Kommune verabschiedet einen
Ratsbeschluss; bei allen öffentlichen
Sitzungen wird fair gehandelter
Kaffee ausgeschenkt und
ein weiteres faires Produkt angeboten;
eine lokale Steuerungsgruppe
wird gebildet; in Einzelhandelsgeschäften,
bei Floristen
sowie in Cafés und Restaurants
werden mindestens zwei Fairtrade
Produkte angeboten und in
Kitas, Schulen, Vereinen und Kirchen
werden Produkte aus fairem
Handel verwendet und besondere
Aktionstage durchgeführt.

Darüber hinaus gibt es Bildungsaktivitäten
zum Thema
fairer Handel und Berichterstattungen
in den lokalen Medien.

Eine Fairtrade-zertifizierte Stadt
oder Gemeinde fördert Kleinbauernorganisationen,
Plantagen
und Unternehmen entlang
der gesamten Wertschöpfungskette,
also von der Produktion
über den Vertrieb bis zum Einzelhandel,
um eine nachhaltige
Entwicklung in den Entwicklungs-
und Schwellenländern
anzustoßen. Die Fairtrade-Standards,
die die Produzenten erfüllen
müssen, schließen soziale
und ökologische Bedingungen
ebenso ein wie ökonomische
Produktionskriterien. Nur mit
dem Fairtrade-Siegel der Fairtrade
Labelling Organisation (FLO)
gelabelte Produkte garantieren,
dass diese Standards eingehalten
werden und die Prämien wie
Leistungen tatsächlich bei oben
genannten Bauern, Herstellern
und Händlern ankommen. Mittlerweile
werden in über 30.000
deutschen Supermärkten und
800 Weltläden Produkte mit
dem Fairtrade-Siegel angeboten.

Der Fairtrade-Gedanke wirkt
ansteckend

Immer mehr Menschen setzen
sich mit der Herkunft und Produktionsweise
ihrer alltäglichen
Produkte auseinander – abschreckende
Bilder von Kaffeeplantagen in Afrika oder Teppichfabriken
in Indien zeigen
Wirkung. Der Gedanke, Fairtrade-
Gemeinde zu werden,
stand schon lange im Raum; im
Herbst 2016 fand eine erste öffentliche
Sitzung statt, aus der
die Steuerungsgruppe „Fairtrade“
hervorgegangen ist. Trans-
Fair regt an, verschiedene Akteure
aus den Bereichen Politik,
Wirtschaft und Zivilgesellschaft
für die Steuerungsgruppe ins
Boot zu holen.

Fairtrade-Kampagne in
Kirkel fruchtet

In Kirkel wird die Kampagne von
einer breiten Basis aus Kindergärten
und Schulen, Gemeindeverwaltung
und Kommunalpolitik,
Einzelhandel und Gastronomie
getragen. Zahlreiche Aktionen
im Vorfeld verdeutlichen bereits
jetzt, dass die Fairtrade-
Kampagne in Kirkel fruchtet. So
wurden beispielsweise am 8.
März dieses Jahres, am Weltfrauentag,
Fairtrade-Rosen von
Bürgermeister John, Ortsvorsteher
Limbacher aus Limbach und
von der Frauenbeauftragten Hamann
in Kitas, Schulen, im ASB
Seniorenheim sowie im Rathaus
verteilt. Beim Feuerwehrfest des
Löschbezirks Kirkel-Neuhäusel
gab’s von der Jugendfeuerwehr
fair gehandelte Blumen für die
Mütter und Fairtrade Kaffee.
Über einen kleinen Rucksack,
gefüllt mit Fairtrade Produkten,
haben sich die Sportler bei der
Sportlerehrung am 31. März gefreut.

Und beim Mitternachtsfußballturnier
der Jugendpflege
Kirkel wird mit fair gehandelten
Bällen gekickt. red/win