Vor 40 Jahren wurde aus der Gemeinde die Stadt Lebach

Die Stadtwerdung wird 1977 mit einem Straßenfest auf dem
Bahnhofsvorplatz (heute Bitscher Platz) gefeiert. Fotos: Stadtarchiv
Vor über vier Jahrzehnten besann sich der damalige Gemeinderat der Zentrumsfunktion
von Lebach und beantragte erfolgreich, künftig die Bezeichnung Stadt tragen zu dürfen.
Daran erinnerte jahrelang das Stadtfest und seit 2014 das Theelfeschd.

Als Lebach zum 1. Januar 1974
im Zuge der Saarländischen Gebiets-
und Verwaltungsreform
seinen heutigen Zuschnitt erhielt,
war die Kommune noch eine
Gemeinde. Fast genau drei
Jahre später, am 27. Dezember
1976, beschloss der Lebacher
Gemeinderat, den Antrag zu stellen,
sich künftig Stadt nennen zu
dürfen. Es ging damals gar nicht
um besondere Rechte, die Lebach
erwarb, sondern einfach
nur um die Erlaubnis, sich künftig
Stadt nennen zu dürfen, wie
Albert Wagner in einem Beitrag
der Festschrift zur Stadtwerdung
ausführte. Das dabei die Einwohnerzahl
von 20.000, eine gewisse
Zentrumsfunktion zur Versorgung
des Umlandes und eine geschlossene,
mehrgeschossige
Bauweise eine Rolle spielte, lag
für Wagner auf der Hand.

Bürgersinn und lebendige
Heimatliebe

Weit weniger sachlich fiel das Urteil
des damaligen Innenministers
Alfred Wilhelm aus, der über
den Antrag zu entscheiden hatte:
„Die Verleihung der Bezeichnung
„Stadt“ ist die Anerkennung
für den aufgeschlossenen
Bürgersinn, die kulturelle und
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
und die lebendige Heimatliebe
von Lebach“, schrieb er in seine
Grußwort. Und auch Ministerpräsident
Franz-Josef Röder befand:
„Die Gemeinde Lebach hat
im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts
in den Bereichen Verwaltung,
Handel, Wirtschaft Verkehr,
Bildung und Sport eine große
Bedeutung gewonnen. Sie ist
heute eines der wichtigsten Mittelzentren
zwischen dem Industriegebiet
an der mittleren Saar
und dem Hochwald.“

Die Feierstunde zur Verleihung
des Rechtes, künftig die Bezeichnung
Stadt führen zu dürfen,
fand am 25. Juni 1977 statt.
Die entsprechende Urkunde
trägt das Datum 1. Juni 1977. Die
Stadtwerdung hat Richard (Rio)
Schneider zu einem Gedicht inspiriert,
das auf der nächsten
Seite abgedruckt ist.

Feierliches Gedicht
zur Stadtwerdung

Der Autor war zu jener Zeit
Schulleiter in Lebach. Älteren
Lebacherinnen und Lebachern
ist er noch als Gründungsvorsitzender
und erster Leiter der
Volkshochschule Lebach bekannt,
ein Amt, das er zehn Jahreinnehatte.
In Erinnerung an die Stadtwerdung
wurde dann auch jahrelang
um den Termin herum das Lebacher
Stadtfest gefeiert, zuletzt
2008. Weil dieses Stadtfest zu
teuer wurde und auch von den
Vereinen, für die es ja eigentlich
gedacht war, nicht mehr angenommen
wurde, wurde die Veranstaltung
ausgesetzt. 2014
kam mit dem neuen Bürgermeister
Klauspeter Brill auch ein neues
Konzept für das Stadtfest, das
seitdem als Kombination aus
Stadtlauf, Live-Musik und Kinderprogramm
jedes Jahr Ende
Juni gefeiert wird. Die Nähe zum
Jahrestag der Stadtwerdung ist
also nach wie vor gegeben. om

Hymne an Lebach

Schmücke Dich Lebach!
Du wirst geadelt heute.
Du erhältst den Schwertschlag der Geschichte.
Du wirst Stadt.
Schöne, junge Stadt.
Lebach, Herzstadt der Saarlande,
Mitte von Land und Zeit.
Hörst Du das Brausen durch die Jahrhunderte,
Den Blitzschlag des Geistes
Deiner Ahnen vielfältig Volk?
Freue Dich Lebach!
Dir wird heute ein Kranz gereicht,
Ein Kranz von Ruhm und Ehre
Viel hundertjähriger Schlachten.
Geheimnis des Schicksals
Die Freiherren von Hagen und Motten,
Kurfürst-Erzbischöfe von Trier
Und Herzöge von Lothringen und Zweibrücken
Schrieben Deine Geschichte Dir ins Angesicht.
An den Ufern Deiner Wasser
Saßen Kelten und Römer und Franken,
An Theel und Mandelbach.
Und der Mandelbach hieß auch
Leibach und Lebach.-
Und so sollt ihr es wissen,
Wo der Name wahrscheinlich herkommt.
Lebach, Du silbergezierte Stadt!
Du mit der Silberquelle,
Mit Silbersand und Silberstrand
Es möge silbrig Deine Zukunft sein.
Freue Dich Lebach!
Du wirst Stadt.
Schöne, junge Stadt.
Rio Schneider-Schwärtzel
Die Urkunde,